LASK – FC Brügge

„In a poa Jahren spü ma eh Champions League“ – vor einiger Zeit noch fiel dieser Satz scherzhaft bei so mancher Busfahrt heimwärts Richtung Stahlstadt, um sich über schmerzhafte Niederlagen hinwegzutrösten oder ausgelöst durch einen kurzen Moment der Euphorie. Ernst gemeint WAR er jedenfalls nie. Man könnte nun also versuchen zu beschreiben, welche Gefühle es in einem verursachte, als die lieblichen Klänge der Champions League-Hymne am Dienstag auf der Gugl aus den Boxen dröhnten. Nach Spielen auf den Dorfplätzen des Landes in der Regionalliga, nach Zeiten, in denen teilweise täglich um den Fortbestand dieses Vereins gefürchtet werden musste. Aber dafür reichen die eigenen sprachlichen Fertigkeiten nicht aus, es würde beim Versuch bleiben. Wer es erlebt hat, wer dabei war, wird es wissen und vermutlich nie vergessen.

Klar ist: Alles ist für die große Sensation in Brügge angerichtet! Die schwarz-weißen Helden dominierten über weite Strecken, verloren nur durch Pech und einen ungerechtfertigten Elfmeter. Die Videoüberwachung eines Fußballspiels ist eben genauso sinnlos wie jene auf den Straßen. Möglicherweise war die Niederlage auch nur eine Finte, um die Belgier in falscher Sicherheit zu wiegen. Klar ist auch: Erneut war die Gugl ausverkauft, erneut wurde die Mannschaft teilweise von den Sektoren 3 bis 7 nach vorne gepeitscht. Vereinzelten Besuchern merkte man aber auch an, dass sie sich normalerweise wohl nicht ins Stadion verirren – und mit den heiligen Bräuchen in den Sektoren nicht vertraut sind. Auch sie werden es noch lernen.

Bevor es zur lästigen Pflichterfüllung zu einem Ligakonkurrenten östlich von Linz geht und danach Brügge angesteuert wird, stellt sich allerdings noch eine große Frage.

Ist Herr Brandstetter Alois mittlerweile bei der Stadionwarte angekommen?

SOLO ASK!