Stellungnahme zur Situation im Nachwuchsbereich

Vielleicht ist es einigen aufgefallen, dass beim letzten Bundeligaheimspiel gegen den WAC breite Teile der Nordtribüne nicht in die halbzeitlichen Jubeltiraden rund um den Aufstieg „unserer“ Amateure eingestiegen sind. Das liegt nicht etwa daran, dass die Spieler besondere Ungustln wären oder man ihnen diesen Erfolg nicht gönnen würde. Ganz im Gegenteil, sicher haben sich die Jungs für das Geleistete jegliche Wertschätzung verdient. Der Grund ist, dass der Aufstieg paradoxerweise einer Abschaffung der zweiten Mannschaft gleichkommt.

Schon seit Jahren ist man unglücklich mit den Strukturen im Nachwuchsbereich. Sicher nicht wegen schlechter sportlicher Arbeit oder mangelndem Herzblut der Beteiligten. Die unsägliche Kooperation mit Pasching und später in anderer zweifelhafter Konstellation macht es einem schon seit geraumer Zeit schwer, die künftigen Helden dieses Vereines so zu unterstützen, wie man es gerne täte. Das Wappen und der Name eines anderen Vereines auf unseren Dressen ist für uns inakzeptabel.

So entschied man sich als Landstrassler schon in den letzten Jahren schweren Herzens dazu, Spiele der zweiten Mannschaft nicht zu besuchen. Besucht und auch aktiv supportet wurde hingegen so manches Spiel der Jugendmannschaft; dort wo der LASK gelebt wurde. Der Schulterschluss zwischen Jung und Alt und die generationenübergreifende Identifikation sind für uns Grundpfeiler von Vereinsleben. In der Hoffnung das guten Gewissens auch bald wieder über alle Bereiche voll ausleben zu können, machte man lange gute Miene zum bösen Spiel.

Wie nun bekannt, fährt der Zug aber in eine gänzlich andere Richtung und ist dabei auch schon abgefahren. Ab kommender Saison gibt es also keine zweite Mannschaft des Linzer ASK mehr. Künftig wird der Nachwuchspool mehr oder weniger von einem Konstrukt verkörpert, das auf den knackigen Namen „FC Juniors Oberösterreich“ hört. Nicht nur im Namen ist das LASK gestrichen, auch sonst hat der neue Verein nichts mehr mit dem Stolz von Oberösterreich gemein. Die Überlegungen dahinter mögen finanzieller und taktischer Natur sein. Dahingehend maßt man sich kein Urteil an; wenn auch man hier skeptisch sein darf. Verkomplizierte Strukturen, Konstellationen um Kooperationsspieler und Sonstiges scheinen einem nicht zukunftsweisend. Unterm Strich handelt es sich um Umgehungspolitik mit dem Ziel sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Das erinnert verdächtig an das oft kritisierte System Liefering und sollte für einen Traditionsverein mit einem gewissen Wertekanon eigentlich tabu sein.

Die zweifelhaften Vorteile wiegen in jedem Fall nie den damit einhergehende massive Verlust des Identifikationsfaktors in einem Bereich, in dem gerade Anknüpfungspunkte an gewachsene Vereinsbilder immens wichtig sind, auf. Es ist eben für einen Elfjährigen nicht egal, für welchen Verein er spielt. Davon kann man sich bei den Spielen der Jugendauswahlen selbst überzeugen Letztlich geht es hier auch um Präsenz- und Prestigefragen den Verein betreffend.

Es ist klar, dass dieser neue Verein für uns nichts mehr mit dem Linzer ASK gemein hat und wir von Besuchen dessen absehen werden.

Konsequenterweise gilt das auch im Jugendbereich, wo man sich immer wieder gerne einbrachte. Da wo LASK draufsteht und auch wirklich LASK drinnensteckt, wird man sich auch weiter engagieren. Konkret heißt das, dass man jene Altersstufen, die auch weiterhin vom LASK selbst gestellt werden nach wie vor punktuell besuchen und auch anderweitig unterstützen wird. Allerdings wird man darauf achten, sich dabei nicht der Mittäterschaft beim Etikettenschwindel schuldig zu machen.

Es tut uns leid, in dieser Situation differenzieren zu müssen, da wir wissen, dass bei Betreuern wie Spielern – egal unter welchem Stern sie gerade auflaufen – die große Begeisterung für den LASK omnipräsent ist. Dass hier künstlich Grenzen gezogen werden, kann nicht im Sinne von Fans und Verein sein.